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Unterwasser-Fotowettbewerbe und -Fotosubs
Wer als Hobby-Unterwasserfotograf seine Aufnahmen nicht nur im heimischen Tauchclub oder Freundeskreis, sondern einer breiteren Öffentlichkeit
präsentieren und sich in der Szene einen Namen machen möchte, kann dies auf verschiedene Weise tun:
Neben der Möglichkeit, als Amateur-Unterwasserfotograf eigene Aufnahmen als Bestandteil eines Artikels in den einschlägigen Printmedien
veröffentlichen zu lassen (wobei man allerdings in Kauf nehmen muss, dass von den Redaktionen Bilder eigener Mitarbeiter mit eingeschoben werden) und der Präsentation auf einer eigenen Homepage bietet sich
dem engagierten Hobby-UW-Fotografen die Teilnahme an Fotowettbewerben und Fotosubs an.
Doch inwieweit ist die “Chancengleichheit” hier eigentlich gegeben?
Da es bei Wettbewerben nicht zuletzt auf Grund der rasanten technischen Entwicklung auf dem UW-Kameramarkt unter den ersten Plätzen immer enger
wird – wohlgemerkt: Schärfe, Belichtung und Bildgestaltung müssen sowieso perfekt sein – hat eigentlich nur derjenige gute Chancen, dem die Möglichkeit offen steht, häufig und auf längere Zeit in
noch relativ unbekannten Gewässern sensationelle Flora und Fauna vor das Objektiv zu bekommen.
Bei ausgeschriebenen Wettbewerben von Tauchzeitschriften
werden meistens die ersten 20 bis 30 eingesandten Aufnahmen veröffentlicht, somit hat der Leser die Möglichkeit, für sich selbst auch einen großen Teil der nicht prämierten Fotos zu beurteilen, und nicht wie in früheren Zeiten, nur die ersten drei Siegerbilder.
Die Zeitschriftenverlage sind mit derartigen Wettbewerben auch gut bedient, weil ein Bestandteil der Wettbewerbsausschreibung meist die
kostenlose Veröffentlichung aller zum Wettbewerb eingesandten Aufnahmen miteinschließt, so dass sich die ausgelobten Preise für di e ersten drei Plätze teilweise amortisieren.
Eine Sonderform des Fotowettbewerbs stellt der Fotosub dar, der für alle teilnehmenden Fotografen eine gewisse Chancengleichheit bietet.
Bereits 1984 wurde vom VDST in Giens (Südfrankreich) der direkte Fotovergleich der sich bei der “Kamera Louis Boutan”
qualifizierten Fotografen durchgeführt – damals noch auf eigene Anreise- und Unterkunftskosten. Die später von der Zeitschrift
UWF wieder ins Leben gerufenen Fotosubs, die von den Zeitschriften “tauchen” und “unterwasser” weitergeführt wurden, waren dagegen für die Qualifikanten kostenlos , was diese
Veranstaltungen erheblich aufwertete.
Dass sich eine Aufnahme trotz sichtbarer Themaverfehlung unter den Siegerbildern einschmuggelt, die zwar technisch einwandfrei ist, aber
die eindeutigen Wettbewerbsvorgaben und -kriterien nicht erfüllt, kann schon einmal passieren – und dies nicht nur bei den
Fotosubs. Sollte hier die Jury nach dem Motto “nomen est omen” handeln?
“Fotosub” bedeutet nicht nur die Teilnahme an einem weiteren UW-Fotowettbewerb, sondern
einige Tage – und vor allem Nächte - Fachsimpeln und Diskutieren über das geliebte Hobby unter einem “Haufen” Gleichgesinnter, was diese Form des Wettbewerbs für viele Fotografen
besonders attraktiv macht.
Ein offenes Wort zur Einschätzung der eigenen Aufnahmen: Die selbst geschossenen Bilder
werden naturgemäß persönlich emotional bewertet. Widrige Umstände, Schwierigkeiten bei der Entstehung der einen oder anderen Aufnahme etc. sind für fremde Betrachter und speziell für
die Jury nicht erfassbar – es zählt normalerweise nur der Eindruck des Bildes nach den vorgegebenen Wettbewerbskriterien!
Aber zum Schluss mein persönlicher Trost für alle, denen Fortuna bisher leider noch nicht hold
war und die noch nie auf einem Siegertreppchen mit ihren Aufnahmen landeten: Beim Fotosub auf der Isla de la Juventud (Cuba) wurde mein Bild eines Königs-Feenbarsches mit geöffnetem Maul (Seite Karibik / Feenbarsch4) von der Jury leider nicht bewertet, jedoch errang ich mit
exakt diesem Bild im selben Jahr den 1. Platz im “tauchen”-Fotowettbewerb.
Deshalb:
NUR NICHT AUFGEBEN!
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